In unmittelbarer Nähe des geplanten Atommüll-Endlagers
Gorleben wollen jetzt auch Atomkraftgegner im Salz bohren. In dieser
Woche gründen sie die Gorlebener Satinas Salzgut GmbH, deren
vordergründiger Zweck darin besteht, salzhaltiges Gestein aus
dem Gorlebener Untergrund zu vermarkten. Der Hintergedanke: Die Salinas
GmbH pachtet das Land und die Bergrechte von Andreas Graf von Bernstorff,
dem große Teile des Gebietes für das Atom-Endlager gehören.
Der Graf hat sich bislang standhaft geweigert, seinen Boden und sein
Salz für das Endlager herzugeben, der Bund betreibt daher ein
Enteignungsverfahren. Da will die Salinas nun Salz ins Getriebe streuen:
im Enteignungsverfahren könnte der Graf geltend machen, daß
er seine Bodenschätze kommerziell ausbeutet. Laut Bergrecht geht
die Nutzung vor der wissenschaftlichen Erkundung des Untergrundes.
Das geplante Endlager aber hat bis heute nur den Status eines bloßen
Erkundungsbergwerkes. Bevor das erste Salz gefördert wird, muß
allerdings das Bergamt Celle der Bohrung zustimmen - die Behörde
könnte die Genehmigung mit Hinweis auf die Endlager-Pläne
verweigern.