Nach Quellen:

Der Spiegel 33/1996

Salz ins Getriebe

 

 

In unmittelbarer Nähe des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben wollen jetzt auch Atomkraftgegner im Salz bohren. In dieser Woche gründen sie die Gorlebener Satinas Salzgut GmbH, deren vordergründiger Zweck darin besteht, salzhaltiges Gestein aus dem Gorlebener Untergrund zu vermarkten. Der Hintergedanke: Die Salinas GmbH pachtet das Land und die Bergrechte von Andreas Graf von Bernstorff, dem große Teile des Gebietes für das Atom-Endlager gehören. Der Graf hat sich bislang standhaft geweigert, seinen Boden und sein Salz für das Endlager herzugeben, der Bund betreibt daher ein Enteignungsverfahren. Da will die Salinas nun Salz ins Getriebe streuen: im Enteignungsverfahren könnte der Graf geltend machen, daß er seine Bodenschätze kommerziell ausbeutet. Laut Bergrecht geht die Nutzung vor der wissenschaftlichen Erkundung des Untergrundes. Das geplante Endlager aber hat bis heute nur den Status eines bloßen Erkundungsbergwerkes. Bevor das erste Salz gefördert wird, muß allerdings das Bergamt Celle der Bohrung zustimmen - die Behörde könnte die Genehmigung mit Hinweis auf die Endlager-Pläne verweigern.

 

 

 

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